Hallo Gemeinde,
ich muss bei meiner 6 chörigen Laute (Mensur 55 cm) die Bünde neu setzen.
Welches Material? - zur Zeit teils Darm, teils Nylon
Welcher Durchmesser? - mit welchem Durchmesser anfangen, alle Bünde gleich dick?
Niskanenlute gibt verschiedene Berechnungen der Abstände an: wohltemperiert, Pythagoras, Silbermann, Dowland, Gerle u.a. Gibt es eine Empfehlung?
Vielen Dank im Voraus
Thomas
Laute: Durchmesser der Bünde und Berechnung der
Re: Laute: Durchmesser der Bünde und Berechnung der
Hallo Thomas,
eine allgemeingültige Empfehlung ist schwierig, aber ein paar grundsätzliche Überlegungen kann ich Dir gerne geben:
Wenn Du bis hierher noch nicht ausgestiegen bist, hier eine praktikable Empfehlung:
Du fängst beim ersten Bund an und arbeitest Dich nach oben. Starte mal beim ersten Bund mit 1,1 oder 1,0 und probiere, ob damit die leeren Saiten noch funktionieren. Wenn die schon scheppern, musst Du dich in 0,05er Schritten nach unten arbeiten. Die nachfolgenden Bünde wählst Du jeweils 0,05 kleiner, also beispielsweise
1,1 1,05 1,0 0,95 usw.
Bei jedem neuen Bund probierst Du, ob der vorherige Bund noch funktioniert, Scheppert der 1. Bund, nachdem Du den 2. aufgezogen hast, musst Du den 2. kleiner wählen.
Du kannst Dir auch eine gute Schieblehre oder eine Mikrometerschraube zulegen, dann kannst Du die Dicke der alten Bünde messen. Das ist auch sehr praktisch, um die Dicke von Saiten zu bestimmen, wenn man sie sich nicht aufgeschrieben hat. In Deinem Fall (verschiedene Bundmaterialien gemischt) würde ich aber lieber das oben beschriebene System anwenden.
Die Position der Bünde kann man zwar näherungsweise errechnen, durch die Veränderung der Saitenspannung beim Greifen, die von vielen Parametern abhängt, stimmt aber keine Berechnungsmethode genau. Dazu kommt noch, dass selbst geschliffene Kunststoffsaiten selten wirklich quintenrein sind. Ich richte die Bünde immer mit dem Stimmgerät aus. Wenn Du ein iPhone hast, kannst Du die App Cleartune benutzen, die nicht nur sehr gut funktioniert, sondern auch alle relevanten historischen Stimmungen kennt. Normale Stimmgeräte kennen meist nur gleichschwebende Temperatur, aber das ist wie gesagt auch der Standardfall auf der Laute.
eine allgemeingültige Empfehlung ist schwierig, aber ein paar grundsätzliche Überlegungen kann ich Dir gerne geben:
- Ich würde auf jeden Fall Darmbünde nehmen, die muss man zwar gelegentlich ersetzen, sind aber nicht nur historisch korrekt, sondern auch meiner Erfahrung nach viel angenehmer zu spielen.
- Standardtemperierung auf der Laute ist gleichschwebend, dafür gibt es sehr gute historische Evidenz. Insbesondere fürs Ensemblespiel, aber auch für ausgewählte Sololiteratur kommen auch Varianten der mitteltönigen Stimmung in Frage, vor allem 1/6 Komma und 1/4 Komma. Es gibt recht umfangreiche Abhandlungen über dieses Thema. Die Variationen der Bundabstände sind dadurch aber normalerweise nicht so groß, dass deshalb andere Bunddicken notwendig werden. Manchmal muss man jedoch auf Mi-Bünden (kleiner Abstand zum vorherigen Bund) eher die nächstkleinere Bunddicke wählen.
Wenn Du bis hierher noch nicht ausgestiegen bist, hier eine praktikable Empfehlung:
Du fängst beim ersten Bund an und arbeitest Dich nach oben. Starte mal beim ersten Bund mit 1,1 oder 1,0 und probiere, ob damit die leeren Saiten noch funktionieren. Wenn die schon scheppern, musst Du dich in 0,05er Schritten nach unten arbeiten. Die nachfolgenden Bünde wählst Du jeweils 0,05 kleiner, also beispielsweise
1,1 1,05 1,0 0,95 usw.
Bei jedem neuen Bund probierst Du, ob der vorherige Bund noch funktioniert, Scheppert der 1. Bund, nachdem Du den 2. aufgezogen hast, musst Du den 2. kleiner wählen.
Du kannst Dir auch eine gute Schieblehre oder eine Mikrometerschraube zulegen, dann kannst Du die Dicke der alten Bünde messen. Das ist auch sehr praktisch, um die Dicke von Saiten zu bestimmen, wenn man sie sich nicht aufgeschrieben hat. In Deinem Fall (verschiedene Bundmaterialien gemischt) würde ich aber lieber das oben beschriebene System anwenden.
Die Position der Bünde kann man zwar näherungsweise errechnen, durch die Veränderung der Saitenspannung beim Greifen, die von vielen Parametern abhängt, stimmt aber keine Berechnungsmethode genau. Dazu kommt noch, dass selbst geschliffene Kunststoffsaiten selten wirklich quintenrein sind. Ich richte die Bünde immer mit dem Stimmgerät aus. Wenn Du ein iPhone hast, kannst Du die App Cleartune benutzen, die nicht nur sehr gut funktioniert, sondern auch alle relevanten historischen Stimmungen kennt. Normale Stimmgeräte kennen meist nur gleichschwebende Temperatur, aber das ist wie gesagt auch der Standardfall auf der Laute.