Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

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Roselli
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Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

Beitrag von Roselli » Mi 18. Aug 2010, 23:08

Die Musik von Pierre Gaultier liegt bisher nur in dieser Aufnahme vor. Sie ist wegen der italienischen Einflüsse auf diese frühe französische Barockmusik etwas Außergewöhnliches. Sigrun Richter, die sich offensichtlich und hörbar diese Musik gründlich auseinandergesetzt hat, spielt sehr souverän und mit großer Raffinesse, so dass mir das Zuhören immer wieder viel Freude macht.
Das Beiheft ist sehr informativ und bringt den aktuellen Stand. Diese CD hat einen besonderen Platz in meiner Sammlung.
Viele Grüße

Mathias

Melante
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Re: Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

Beitrag von Melante » Mo 30. Aug 2010, 20:42

Ist mit "Pierre Gautier" der gemeint, der um 1700 Triosonaten ähnlich denen von Marais publiziert hat? Da würde mich eine Aufnahme sehr von interessieren, da die einzige mir bekannte Aufnahme (Ensemble "La Symphonie du Marais" mit Hugo Reyne) schon lange nicht mehr erhältlich ist.

Hat zufällig jemand diese vergriffene Aufnahme? Hugo Reyne ist m.E. der beste mir bekannte Interpret französischer Barockmusik, weshalb mich diese Aufnahme sehr interessieren würde.

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Roselli
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Re: Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

Beitrag von Roselli » Sa 1. Jan 2011, 01:54

Nein, dieser Pierre Gaultierre ist 1681 gestorben.
Viele Grüße

Mathias

ENNEMOND2
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Re: Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

Beitrag von ENNEMOND2 » Sa 31. Jan 2015, 17:15

Ich habe die Aufnahme und habe sie mit den Tabulaturen in der Hand mehrmals angehört - schon vor Jahrzehnten. Ich muß aber leider dem Eindruck widersprechen, daß sich S. Richter (die ich auch schon mal live gehört habe) "gründlich" mit der französischen lautenmusik auseinandergesetzt habe: Dazu ist ein einfach ihr "toucher" auf dieser Aufnahme zu grob, die Aufführungspraxis zu undifferenziert (etwa wenn es um STILvolle Variierung von Wiederholungen etc. geht). Nach welchen Vorbildern die verwendeten Lauten gebaut wurden, ist im Beiheft leider nicht angegeben. Ein anspruchsvoller Lautenist, der sich wirklich "gründlich" mit der französischen Barocklautenmusik beschäftigt haben würde, würde die für das jeweilige Repertoire jeweils passendsten Instrumente (z. B. nach Maler oder Frei) und Mensuren wählen, in einer intimen Kammerakustik (nicht überakustisch sondern trocken) spielen/aufnehmen, ein sehr feines und differenziertes "toucher" haben (z. B. in Wiederholungen manchmal etwas anders oder auch z. B. in Sarabanden anders als in Couranten etc.), sich alle Konkordanzen anschauen und jeweils die besten Fassungen wählen und Varianten z. B. für die Variierung/Verzierung von Wiederholungen nutzen. Die stilistisch besten Aufnahmen französischer Lautenmusik (Dufault, Gallot), die ich bisher kenne, stammen von Pascal Monteilhet, mit dem ich in Paris auch schon mal über Stilfragen etc. gesprochen habe und der jetzt leider nicht mehr in Europa ist (ein RIESIGER Verlust für die Wiederbelebung der Lautenmusik!): Er hat einfach diese unglaubliche "französische" Gelassenheit, diese Nonchalance (e. g. in Préludes) und Intimität, mit der diese Musik erst richtig zu "sprechen" beginnt. Andere bekannte Lautenisten mögen z. B. "expressiver" sein, aber stilistisch sind sie meiner Meinung nach nicht so gut wie dieser Franzose. Ein guter Newcomer, den ich live gehört habe, ist Miguel Yisrael (http://www.miguelyisrael.com/index.php/home), der z. B. auf Maler-Nachbauten spielt und ein gutes "toucher" hat, technisch sehr sicher ist, aufführungspraktisch allerdings noch nicht so ausgefeilt wie es Quellen nahelegen. Eine Aufnahme bei der ALLES stimmt - Instrument, Akustik, Stil, Aufführungspraxis, Expressivität habe ich bisher noch NIE gehört: Kommt hoffentlich noch. Es ist schon ziemlich schwierig, ein wirklich gutes und passendes Instrument für diese Musik zu bekommen - besonders, wenn man eines mit relativ "warmem" Klang will, den viele französische Lautenisten des 17. Jh. wohl schätzten, da sie oft ALTE Decken hatten, die sehr wahrscheinlich oft einen wärmeren Klang produzierten.
I. ü. sind alle "Urteile" bzw. "Verurteilungen" relativ, denn Musiker entwickeln, verändern sich - hoffentlich zum Besseren. Also ich finde Rezensionen sind v. a. wichtig, damit sich etwas ZUM BESSEREN ändern kann!

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Roselli
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Re: Gaultier:Lautenwerke (Audio CD)

Beitrag von Roselli » Sa 15. Aug 2015, 10:05

d'accord, Änderungen zum Besseren sind immer willkommen. Nur, wenn kaum jemand sich mit dem Thema dieser Stimmungen im französischen Stil jener Zeit auseinandersetzt, dann ... ja, dann sind die Einäugigen unter den Blinden Könige. Meiner Meinung nach ist der erwünschte zarte Anschlag (toucher) bei der CD eine Frage der AufnahmeTechnik.
Viele Grüße

Mathias

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