Literatur

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dominik
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Literatur

Beitrag von dominik » Di 3. Dez 2013, 20:45

Hallo liebe Forengemeinde,

als studierte Klassikgitarrist habe ich mich erst seit kurzer Zeit der Renaissancelaute zugewandt.
Welche Komponisten bzw. Tabulatursammlungen sollte man eurer Meinung nach kennen bzw. erarbeiten, bevor man sich
J.Dowland oder F. da Milano zuwendet?

Beste Grüße,
Dominik

Melante
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Re: Literatur

Beitrag von Melante » Di 17. Dez 2013, 09:12

Hallo Dominik,

hier ist meine Hitliste:

1) Francisque: Le Tresor d'Orphee (auch viel einfaches und sehr schönes; der Titel des Werks stimmt!)
2) Siena Manuscript (beste Sammlung mit Musik von Francesco und Co)
3) Mertel: Hortus Musicalis Novus (riesige Sammlung von Fantasien wechselnder Qualität, aber sehr viel gutes dabei)
4) Besard: Thesaurus Harmonicus (umfangreiche Sammlung, nach Gattungen sortiert)
5) Vallet: Secretum Musarum I (ist ähnlich vom Stil wie Dowland, gefällt mir aber wesentlich besser)

Dass Du vorhast, Dich "danach Dowland und Francesco da Milano" zuzuwenden (so als wäre das dann erst die "richtige" Musik), liegt vermutlich daran, dass Du die Musik aus den obigen Sammlungen noch nicht kennst.

Leider sind alle obigen Sammlungen im Facsimile bei Minkoff erschienen, eineM Verlag den es leider nicht mehr gibt, aber über Andreas Shclegel kann man vielleicht noch Restexemplare beziehen.

Viel Vergnügen,

Christoph

mwx
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Re: Literatur

Beitrag von mwx » So 22. Dez 2013, 19:06

Hallo Domenik,

für Dich als studierten Gitarristen sind die beiden gedruckten Werke von Melchior Neusidler "Teütsch Lautenbuch, Straßburg 1574, Faksimile herausgegeben von Albert Reyerman, Tree Edition, Lübeck 2011" und "Intabolatura di Liuto. 2 Bände. Venedig 1566 (Digitalisate im Projekt Early Music Online: Band 1, Band 2)" bestimmt sehr interessant, allerdings ist das so ziemlich das schwierigste für 6 - 7 chörige Laute und jenes ist in Deutscher Tabulatur geschrieben - also nur für wenige möglich, danach zu spielen.

Leichter, aber mir sehr gut gefallend (wie alles, was man gerade spielt sein sollte) sind die Werke von Marco dall'Aquila, die Du auf http://mysite.verizon.net/vzepq31c/marc ... index.html finden kannst.

Viele Grüße und schöne Festtage

Werner

dominik
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Re: Literatur

Beitrag von dominik » Mo 23. Dez 2013, 09:21

Lieber Christoph, lieber Werner,

herzlichen Dank für Eure Tipps!
Ich werde mich nach und nach durcharbeiten. Vielen Dank auch für den Hinweis auf die Bezugsquellen!

Allen ein schönes Weihnachtsfest und ein paar ruhige, entspannte Tage.

Dominik

ENNEMOND2
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Re: Literatur

Beitrag von ENNEMOND2 » Sa 31. Jan 2015, 18:02

Ich bin auch von der Gitarre gekommen und habe lange Renaissancelaute gespielt und würde empfehlen erst mal TECHNISCH richtig sicher zu werden auf dem Instrument: Mach Daume-Zeigefinger-Anschlagsübungen rauf und runter auf allen Chören, leer und gegriffen, mit und ohne Läufe - bis das richtig "flutscht" und lässig und natürlich wird und aus dem Unterarm kommt.
Du mußt SICHER und auch SCHNELL werden, wenn Du wirklich gut Renaissancelaute spielen willst. Spiel erst mal leichtere Tabulaturstücke aus einer für Dich angenehm zu lesenden Tabulatur. Wenn Du Dich später auf Dowland oder Francesco konzentrieren willst, brauchst Du eigentlich keine anderen Tabulaturen mehr - Dowland ist ein eigener KOSMOS, genauso wie Francesco. SEHR schön fände ich, wenn unter Renaissancelautenisten mal die DEUTSCHE Lautenmusik des 16. Jh. mehr Zuspruch finden würde - mit den PASSENDEN Instrumenten.

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